Rhabarparade (Part 2)

Macarons

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Hallo ihr Lieben,

heute gibt’s einen kleinen Schwank aus meinem Leben.

Ich habe ja schon mal erwähnt, dass ich vor einigen Jahren mein Auslandssemester in Paris verbracht habe. Meine Freundinnen und ich sind damals oft nach der Uni in den Park Jardin du Luxembourg gegangen, um dort in Liegestühlen die Sonne zu genießen und den Kindern beim Bötchen treiben zuzuschauen. Genau gegenüber des Jardin du Luxembourg gibt es eine Filiale des französischen Feinkosthauses Dalloyau. Regelmäßig standen wir dann vor dem Schaufenster und haben die Köstlichkeiten, die dort ausgestellt waren, angeschmachtet. Macarons in allen Farben, Petit four, Tartes in süß und salzig…und alles zu horrenden Preisen versteht sich, die der (von den Pariser Mieten) arg gebeutelte Studentengeldbeutel leider nicht mehr verkraften konnte.

Eines Tages aber war eine Freundin auf einer Networking-Veranstaltung eines deutsch-französischen Vereins eingeladen und hatte mich gefragt, ob ich sie nicht begleiten würde. Also standen wir, Anfang zwanzig und underdressed, zwischen lauter Anzugtypen um die Vierzig, die am Networken mit uns genauso wenig Interesse hatten, wie wir an Ihnen und langweilten uns. Bis wir das Buffet von Dalloyau entdeckten!! Miniquiche, Hummerhäppchen, ein Turm aus Macarons und plattenweise Petit Fours. Das Networking zwischen uns und dem Buffet war von da an sehr angeregt. Vor allem die Macarons…zart und cremig, in den ausgefallensten Geschmackskompositionen – ein wahres Gedicht!

Wenn ich seitdem in Paris war, habe ich mir immer bei Dalloyau oder Fauchon Macarons gegönnt; glücklicherweise gibt der Geldbeutel das mittlerweile her 😉 Ich hatte auch schon eine ganze Weile damit geliebäugelt, mich einmal daran zu versuchen, die kleinen Kunstwerke selbst herzustellen, jedoch spuken im Internet die wildesten Horrorstories darüber herum, was bei der Herstellung alles schief gehen kann, sodass einem von vorneherein schon die Lust vergeht, es überhaupt zu versuchen.

Macarons

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Ziemlich genau vor einem Jahr habe ich deshalb beschlossen, mir professionelle Hilfe zu holen und mich für einen Macarons-Workshop bei der wunderbaren Aurélie Bastian angemeldet. Die Workshops der quirligen Französin kann ich nur empfehlen, um in entspannter Atmosphäre wunderbar Macarons backen zu lernen.

In der Theorie weiss ich jetzt also wie’s richtig funktioniert, das heisst aber nicht, dass nicht doch immer noch das eine oder andere bei der Herstellung schief gehen würde. Von der falschen Lebensmittelfarbe bis hin zu den falschen Mandeln gibt es gemeine Stolperfallen. Da muss man halt einfach ein bisschen experimentieren und auch mal mit dem einen oder anderen Misserfolg leben 🙂 Wenn’s dann aber klappt, verspreche ich euch, dass sich die Mühe gelohnt hat!

So funktioniert’s (Rezept Aurélie Bastian):

1 Eiweiß (exakt 36 gr)
45 gr gemahlene Mandeln (ohne Haut)
75 gr Puderzucker
10 gr Zucker
Lebensmittelfarbe (Paste!)
100 gr weiße Schokolade
35 gr Sahne
20 gr Rhabarberpüree

Die Mandeln mit dem Puderzucker mischen und in einem Multizerkleinerer oder Mixer ganz fein mixen. Durch ein ganz feines Sieb streichen, sodass die Mischung eine staubartige Konsistenz hat. Beiseite stellen. Das Eiweiß auf das Gramm exakt abwiegen und steif schlagen. Beim Rühren die 10 gr Zucker in einem Schwung dazu geben. Wenn das Eiweiß schon steif ist, die Lebensmittelfarbe bis zur gewünschten Färbung dazu geben.

Jetzt kommt der tricky Teil: Die Rührschüssel mit dem Eiweiß kippen und das Eiweiß mit einem Teigspatel zu einer Kugel zusammenfassen. Nach und nach das Puderzucker-Mandel-Gemisch dazugeben. Nicht unterheben, sondern die Eiweißkugel in dem Gemisch „wälzen“, bis der ganze Puder aufgenommen ist. Es dürfen keine Klümpchen mehr zu sehen sein.

Die Masse in einen Spritzbeutel mit einer Lochtülle (Stärke 7 mm) füllen und Kreise auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech spritzen. Diese dürfen so 2-Euro-Stück-Größe haben, würde ich sagen. 15 Minuten ruhen lassen, danach 13-14 Minuten bei 145 Grad backen. Das Blech nach dem Backen auf einen kalten Untergrund legen (z.B. Fliesenboden), dann lösen sich die Macarons besser vom Backpapier.

Für die Ganache die Schokolade mit der Sahne langsam zum Schmelzen bringen. Rhabarberpüree unterrühren und am besten über Nacht in den Kühlschrank geben. Vor dem Weiterverarbeiten noch einmal mit einem Schneebesen aufschlagen. In einen Spritzbeutel mit Sterntülle füllen und kleine Tuffs auf die glatte Seite der Macarons setzen. Zusammensetzen und dabei drehen – so entsteht die typische Struktur der Füllung.

Puuuh. Jetzt ist es geschafft. Eine ganz schöne Arbeit. Aber die besonders guten Dinge gibt’s ja meistens nicht umsonst, nicht wahr? 🙂

Leute, ich wünsche euch erholsame Ostertage im Kreise eurer Liebsten, lassts euch gut gehen!

Herzigste Grüße,

Sabrina

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13 Kommentare zu „Rhabarparade (Part 2)

  1. Liebe Sabrina,
    ich finde Deine Macarons siehen super aus, und schmecken bestimmt genau so. Das komplizierte Rezept erklärt warum ich mich noch nie getraut habe welche zu backen. Deshalb: Respekt!
    Frohe Ostern,
    Claudine

  2. Die sind aber schön geworden, Sabrina! Genau wie du, habe ich das Macaron Backen von Aurelie gelernt. Glücklicherweise hat’s gleich beim ersten mal geklappt.
    Und du Glückliche hast ein Semester in Paris studiert? Ich freu mich schon, wenn ich einmal im Jahr für ein paar Tage da sein kann und all die Leckereien genießen kann, von denen du so schön berichtet hast.
    Rhabarbermacarons habe ich allerdings noch nie gegessen. Danke für das Rezept.
    Liebe Grüße Maren

    1. Ach wie lustig, dass du auch bei Aurelie in die Lehre gegangen bist! wir waren doch wohl nicht etwa im selben Kurs? 😉 Ich finde die Rhabarbermacarons sehr lecker, weil das Säuerliche ganz gut mit den ja sehr süssen Schalen harmoniert. Mjam! 🙂 liebe Grüsse und schöne Ostertage!

      1. Ich war nur virtuell bei Aurelie in der Lehre 😉 . Leider ist der Weg einfach zu weit. Du warst direkt bei ihr im Kurs? Wie toll ist das denn! War bestimmt klasse, oder? Ich finde sie kommt super sympathisch rüber.

      2. Hallo Maren, ja, ich war letzten April direkt bei ihr im Kurs!Sie hatte vergangenes Jahr ein kurzes Gastspiel in NRW, da habe ich einen Platz ergattert. Nach Halle wär mir doch auch ein bisschen weit 🙂 das war super nett; sie ist ganz entzückend und auch die Gruppe war toll. Aber ich dachte mir schon: wer sich für Macarons interessiert, kann so verkehrt nicht sein 😉

  3. Ouh Sabrina, die sehen ja super klasse aus!
    Ich bin glaub ich zu ungeduldig für Macarones, weshalb sie bei mir nur manchmal gelingen 🙂

    Schöne Ostern und lass dir die kleinen Leckereien schmecken! 🙂

    Liebe Grüße

    1. Lieben Dank!!! Jaja, Geduld und Muse braucht man wirklich zum Macarons backen…deswegen mache ich das auch nur äusserst selten. Blöd ist nur, dass alle immer ganz scharf drauf sind und die dann im nullkommanix verputzt sind 😉 liebe Grüsse und ebenfalls frohe Ostern!

      P.s.: finde den Namen deines Blogs wirklich äusserst charmant 🙂

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